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Die ehemaligen Krankenanstalten Gilead sind gewachsen aus der Diakonissenanstalt Sarepta, dem evangelischen Mutterhaus Bethels. Sie waren ursprünglich Ausbildungskrankenhaus der Diakonissen.Bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stellte Sarepta das weibliche Pflegepersonal für die Anstalt Bethel.
Chronologischer Überblick
1870 bis 1899
1872: Grundsteinlegung für das neue Mutterhaus
Pastor Friedrich von Bodelschwingh legte die Diakonissenanstalt "Sarepta" (hebr. Schmelzhütte) in unmittelbare Nähe der Rheinisch-Westfälischen Anstalt für Epileptische "Bethel" (hebr. Haus Gottes).
1874: Einweihung des neuen Mutterhauses Sarepta
1894: Einweihung des Isolierkrankenhauses "Rotes Kreuz"
Die Architektur des neuen Mutterhauses war für die Unterbringung Kranker mit ansteckenden Krankheiten ungeeignet. Die Platzmöglichkeiten außerdem beschränkt. Sarepta erhielt beim Bau eines separaten Isolierkrankenhauses am Königsweg finanzielle Unterstützung durch das Deutschen Roten Kreuz. Bis 1927 diente es als Isolierhaus.
1896: Eröffnung von "Gibeon" Verlegung der Chirurgie in den Neubau zwischen Zionskirche und Mutterhaus. Im Mutterhaus selbst wurden nur noch PatientInnen mit inneren Krankheiten behandelt.
1900 bis 1945
1912: Grundsteinlegung von "Gilead" (heute Gilead I)
Schon Ende 1908 beschloss der Vorstand Sareptas, ein neues Krankenhaus für eine Innere und Chirurgische Abteilung zu bauen. Durch Spendengelder war die Finanzierung des Neubaus weitgehend gesichert. Die eigentlichen Schwierigkeiten lagen in dem Erwerb der Baugenehmigung: Bedenken der Stadt Bielefeld, ein Krankenhausgebäude unterhalb der Sparrenburg könne das Landschaftsbild im Umfeld des Bielefelder Wahrzeichens schädigen, verzögerten den Baubeginn um mehrere Jahre.
1913: Einweihung des Krankenhauses Gilead
mit einer Inneren und einer Chirurgischen Abteilung
1914: Gilead behandelt Kriegsverletzte
300 Betten werden als Lazarett zur Verfügung gestellt.
1919: Einrichtung einer Wöchnerinnenstation
Sie wurde der Chirurgie zugeordnet. Die Zusammenfassung von Chirurgie und Gynäkologie wurde erst 1949 aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben aufgegeben.
1927: Einweihung von Samaria (heute Gilead II) als Lungen- und Infektionshaus
1929: Einrichtung einer orthopädischen Abteilung
In Zusammenarbeit mit dem chirurgischen Bereich wurde 1929 eine orthopädische Abteilung eingerichtet, in der vorwiegend die Fußleiden der Schwestern und Angestellten behandelt wurden.
1930: Bauliche Erweiterung von Gilead
1930: Augenstation in Gilead
1930: Hals-Nasen-Ohrenstation in Gilead
Die Ohrenklinik, wie die Station genannt wurde, war ursprünglich im damaligen Kinderheim untergebracht. In Gilead verfügte sie über 7 Zimmer mit 16 Betten, die gemeinsam mit der benachbarten Augenklinik genutzt wurde.
1930: Pathologisches Institut mit angegliedertem bakteriologisch-serologischen Labor in Gilead
1939: Einrichtung einer Lazarettstation
1944 und 1945: Physikalisch-Therapeutische Abteilung
Die Bäderabteilung "Höhensonne" wurde dafür entsprechend umgewandelt in eine physikalisch-therapeutische Abteilung. Hier fand sowohl die Nachbehandlung eines Teils der chirurgischen PatientInnen als auch die orthopädische Sprechstunde und Behandlung statt.
ab 1945: Beseitigung aller Kriegsschäden an Gilead und Samaria
Insgesamt dauerte es fast sieben Jahre bis alle Schäden beseitigt und die ausgelagerten Stationen komplett wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren konnten.
1946 bis 1979
1959: Einweihung des neuen Ostflügels in Gilead
1969: Einrichtung eines Intensivzimmers in der Abteilung der Inneren Medizin
1970: Gilead I bis IV
Die Zuordnung der psychiatrischen Krankenhäuser "Daheim" und "Magdala" an die Krankenanstalten Sarepta wird auch namentlich erkennbar. Daheim wurde zu Gilead IV, Magdala zu Gilead III. Samaria nannte sich Gilead II. Das Stammhaus Gilead hieß folgerichtig Gilead I. In der ganzen Ortschaft Bethel verteilten sich nun die Häuser Gilead I bis IV.
1970: Einweihung der neuen Kapelle
1970: Aufbau einer anästhesiologischen Abteilung
Zwar hatte sich die Anästhesie in Deutschland schon ab 1953 zu einem eigenen Fachgebiet entwickelt, bis aber alle Kliniken eine entsprechende Abteilung vorhielten, dauerte es noch eine Weile. In Bielefeld besaßen das Städtische Krankenhaus und das Franziskus-Hospital 1963 schon eine eigene Anästhesie. In Gilead blieb es dagegen gängige Praxis, dass die Abteilungen ihre Narkosen selber machten.
1972: 1. Kursus für Intensivmedizin für Schwestern und Pfleger
1972: Einrichtung der Dialysestation im Ostflügel
1974: Die Krankenanstalten Sarepta werden zur gGmbH
1977: Beginn der Ev. Krankenhaushilfe in Gilead
Die "grünen Damen" ziehen ins Haus.
1980 bis 2005
1985: Umbenennung in die "Krankenanstalten Gilead gGmbH"
Neue Regelung des Gesellschafterbeteiligung, Aufteilung des Stammkapitals: 65 Prozent vBA Bethel, 25 Prozent Sarepta, 10 Prozent Nazareth.
1985: Entstehung des heutigen Kinderzentrums
Als eigenständige Disziplin zieht die Kinderchirurgie in die Kinderklinik. Sie gehörte bis dahin zur Allgemeinchirurgie. Am Grenzweg gab es bald Pläne, das Gebäude umzubauen. 1990 konnten diese Planungen realisiert und auch baulich ein Kinderzentrum geschaffen werden.
1985: Zusammenlegung der Psychiatrien von Sarepta und der vBA Bethel
Die vBAB übernahmen die Pflichtversorgung für die Stadt Bielefeld. Diesen Veränderungen passten sich auch die Strukturen in Bethel an. Das Haus "Morija" der Anstalt Bethel wurde mit den psychiatrischen Krankenhäusern Gilead III und IV, die zu den Krankenanstalten Gilead gehörten, zusammengelegt. Morija wird seitdem als Gilead IV bezeichnet.
2001: Verbund Ev. Krankenhäuser und Kliniken
Ev. Johanneswerk und die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel gründeten den Verbund mit dem Ziel, ein diakonisches Angebot im Gesundheitswesen in der Region Bielefeld zu sichern.
2005: Ev. Krankenhaus Bielefeld
Fusion der Krankenanstalten Gilead gGmbH mit den Krankenanstalten Mara gGmbH und dem Ev. Johanneskrankenhaus zum Ev. Krankenhaus Bielefeld gGmbH








