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Influencer im Darm

Das Mikrobiom, also alle Bakterien, Viren und Pilze im Darm, ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Forscher glauben, dass die richtige Zusammensetzung des Mikrobioms Krankheiten vorbeugen kann. Doch diese Darmflora birgt noch viele Geheimnisse in sich. Prof. Dr. Martin Krüger vom EvKB gab Einblicke zum Stand der bisherigen Forschung.

Stießen auf großes Interesse: (v.l.) Moderator Dr. Peter Stuckhard mit den Diätassistentinnen Inge Kiehl und Daniela Rappolt und dem Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie im EvKB Prof. Dr. Martin Krüger. Foto: Dieckmann-Fotodesign

Stießen auf großes Interesse: (v.l.) Moderator Dr. Peter Stuckhard mit den Diätassistentinnen Inge Kiehl und Daniela Rappolt und dem Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie im EvKB Prof. Dr. Martin Krüger. Foto: Dieckmann-Fotodesign

Die Zahlen versetzen jeden ins Staunen. Allein im Darm des Menschen leben 10.000 Bakterienarten,180 unterschiedliche Pilzsorten und mehr als 1.200 Virenformen – insgesamt eine Masse von 2 Kilogramm, die als Mikrobiom beschrieben wird. Seit rund zehn Jahren beschäftigt sich die Forschung intensiv mit diesem zum Großteil noch unbekanntem „Wesen“, dass Einfluss, so viel steht fest, auf unsere Gesundheit hat. Prof. Dr. Martin Krüger, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie, machte mit dem Publikum beim Klinikforum des Evangelischen Klinikums Bethel in der Ravensberger Spinnerei einen Ausflug in die Forschungsproblematik rund um das Mikrobiom. „Wir haben schon einige Antworten bei der Erforschung der Magen-Darm-Welt bekommen, aber es gibt auch noch sehr viele offene Fragen.“

Immer, wenn ein Gesundheitsthema in der Forschung und in den Medien so richtig Fahrt aufnimmt, sprießen sofort Ratgeber, Kochbücher, spezielle Diäten und Nahrungsergänzungsmittel aus dem Boden. Das Geschäft mit der Hoffnung läuft bekanntlich gut. Kranke Menschen suchen ihr gesundheitliches Glück in neuen Heilmethoden. Das ist nachvollziehbar. Doch nur sachliche und solide Informationen können helfen, die Betroffenen zu schützen. „Allgemein können wir formulieren, dass Darmbakterien ihren Wirt, den Menschen, beeinflussen“, so Krüger, der seine Zuhörerinnen und Zuhörern in die Welt der Wissenschaft mitnahm. „Fest steht, dass jeder Mensch ein einzigartiges Mikrobiom hat und dass sich dieses im Laufe des Lebens verändern kann.“

Das Mikrobiom-Starterpaket bekommt jeder bereits bei seiner Geburt mit.  Dabei wirkt es sich schon aus, ob ein Baby natürlich oder per Kaiserschnitt zur Welt kommt. Also der Geburtsmodus, Gene, frühkindlichen Ernährung, Anzahl der Geschwister, Infektionen, Arzneien und vieles mehr vor allem im Kindesalter spielen eine Rolle. „Und natürlich die Lebens- bzw. Hygienebedingungen, also ob man auf dem Land aufwächst oder in der Stadt, spiegelt sich in der Zusammensetzung des Mikrobioms wider.“  Diese megagroße Bakterien-Viren-Pilze-WG im Darm funktioniert bestens, wenn ihr Gleichgewicht nicht gestört wird. Es gibt einiges, was wir selbst machen können, um die Balance im Darm zu erhalten.

Der Lebensstil ist ein wichtiger Punkt, um unser Mikrobiom in seiner Vielfalt zu unterstützen. „Viel Bewegung, wenig Alkohol, kein Tabak, eine gesunde Ernährung sowie Ruhezeiten stärken unseren Darm“. Inge Kiehl und Alexandra Krumme arbeiten als Diätassistentinnen im EvKB mit Prof. Krüger eng zusammen, denn gerade bei erkrankten Menschen ist eine individuell passende Ernährung besonders wichtig, um gesund zu werden und zu bleiben. Dem Publikum stellten die beiden Expertinnen eine leckere Kost vor, die für jedermann mit und ohne Beschwerden, die Darmgesundheit fördert.

Wie wichtig die Erforschung des Mikrobioms ist, wird noch deutlicher durch dessen Aktivität. Prof. Martin Krüger: „Das Mikrobiom fördert die Aufnahme von Nährstoffen ins Blut, indem der Transport durch die Darmzellen beschleunigt und der Fett- und Gallensäure-Stoffwechsel optimiert wird. Sie helfen bei der Entwicklung des Immunsystems, machen Giftstoffe und Krankheitserreger unschädlich.“  

Das Mikrobiom scheint ein biologisches Instrumentarium zu sein, mit dem man Krankheiten erklären und möglicherweise heilen können wird.  „Das Wissen und das Verständnis zum Mikrobiom explodiert. Das ist sehr spannend und gleichzeitig im medizinischen Alltag problematisch. Ein Patient hat eine schwere Infektion, bei der nur Antibiotika helfen können. Doch genau dieses Medikament bringt das Gleichgewicht im Darm massiv durcheinander. Die ursprüngliche Erkrankung wird geheilt, aber dafür bekommt er nach ein paar Tagen zum Beispiel Darmprobleme. Das zu lösen, dafür sind wir noch nicht gut genug“. Ein nachvollziehbares Beispiel, das gleichzeitig davor warnt, zu unbedarft mit Antibiotika umzugehen.  Aber auch Magensäure bindende Stoffe, so genannte Antazida und das häufig eingesetzte Diabetesmedikament Metformin beeinträchtigen das Mikrobiom.   

Es gibt weitere Eckpunkte in der Forschung, die einen Einfluss des Mikrobioms belegen. Zum Beispiel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist nachgewiesen, dass die Darmflora empfindlich verändert ist. „Jedoch ernähren sich diese Patienten meistens anders und nehmen zudem oft über lange Zeit Medikamente ein. Also ist nicht ganz klar, ob die veränderte Darmflora die Krankheit auslöst oder Folge von Diät oder Arzneien ist.“ Das alte Henne-Ei-Problem, so Krüger, begleitet bisher die Forschung.

Weniger appetitlich, dafür aber bereits nachgewiesen, ist der Einfluss des Mikrobioms bei einem sogenannten Stuhltransfer, also die Stuhlübertragung von Mensch zu Mensch. „Sie wird etwa bei Patienten mit schwerer Clostridium-difficile-Infektion angewandt, wenn keine Antibiotika mehr helfen. Der Erfolg liegt bei über 90 Prozent. Durch die Übertragung des Stuhls bekommt der Patient ein frisches Mikrobiom.“  Besonders beeindruckte Krüger durch ein Beispiel aus den USA. Eine normalgewichtige Frau hatte von ihrer übergewichtigen Mutter Stuhl übertragen bekommen. Ihre Darmerkrankung wurde dadurch geheilt, aber gleichzeitig nahm die junge Frau 13 Kilogramm zu. Ist ein Einfluss des Mikrobioms da noch von der Hand zu weisen? „Es wird immer deutlicher, wie groß der Einfluss unseres Darms auf unsere Gesundheit ist. Aber wir haben noch lange nicht alles verstanden.“

Mit freundlicher Genehmigung der Neuen Westfälischen

Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie im Darm

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Für ihre Maßnahmen gegen die Verbreitung multiresistenter Erreger (MRE) sind das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) und das Krankenhaus Mara vom MRE-Netzwerk Nordwest mit dem Qualitätssiegel MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ausgezeichnet worden. Das Siegel wird nur an Krankenhäuser vergeben, die in 10 verschiedenen Qualitätszielen zur Verhinderung der Verbreitung von MRSA punkten.

Aktion Saubere Hände Gold

Mit dem Gold-Zertifikat für die Jahre 2022 und 2023 hat das Evangelische Klinikum Bethel die höchste Auszeichnung der "Aktion saubere Hände" für Maßnahmen zur Krankenhaushygiene erhalten.

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